Lunds Domkyrka 2011
Lunds Domkyrka 2011 | Foto: GuidebookSweden (CC BY-SA 4.0)

Lunds Domkyrka

Dom zu Lund

Lunds Domkyrka, der Dom im Zentrum des historischen Stadtkerns der alten Bischofsstadt Lund, ist ein beeindruckendes Werk mittelalterlicher Baukunst und zugleich die älteste Kathedrale in ganz Skandinavien.

Der Dom wurde ab 1104 als romanische Basilika mit einem hohen Mittelschiff, zwei niedrigeren Seitenschiffen sowie zwei kurzen Querschiffen und einer großen, halbrunden Apsis errichtet. 1123 erfolgte als erstes die Weihe der fertiggestellten Krypta und 1145 wurde die fast vollendete Lunds Domkyrka dem heiligen Laurentius von Rom geweiht.

1234 wurde der Dom durch einen Brand schwer beschädigt, bei dem lediglich die Krypta vom Feuer verschont wurde und bis heute in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten blieb. Die meisten Schäden wurden zwar im frühen 16. Jahrhundert während einer Renovierung beseitigt, aber es dauerte noch bis zum 19. Jahrhundert, bis der Dom vollständig wieder hergestellt war.

Eine der bekanntesten Attraktionen innerhalb des Doms ist die große astronomische Uhr, gleich neben dem Haupteingang. Die Uhr ist ein um 1425 entstandenes, technisches Meisterwerk, von dessen Art in Europa nur noch drei Exemplare existieren. Neben der Uhrzeit auf einem 24-Stunden Zifferblatt zeigt die mehrere Meter hohe Uhr die Mondphasen, die Tierkreiszeichen und einen Kalender mit Wochentagen und Datum über einen Zeitraum von 200 Jahren an. Täglich um 12 und 15 Uhr (Sonntags 13 und 15 Uhr) spielt eine kleine, in die Uhr eingebaute Orgel den mittelalterlichen Lobgesang In dulci jubilo, während sich eine kleine Pforte öffnet und eine Prozession mit drei, die mittelalterlichen Erdteile repräsentierenden Könige und Maria mit dem Jesuskind vorbeizieht.

Die Krypta gilt als eines der berühmtesten erhaltenen Beispiele mittelalterlicher Baukunst in Nordeuropa. Ihre Deckenkonstruktion besteht aus insgesamt 41 Kreuzgewölben, die von einem Wald aus Pfeilern getragen werden, dabei aber trotzdem eine gewisse Leichtigkeit ausstrahlen.

Eine der Säulen ist berühmt für die plastisch hervortretende Menschenfigur, die die Säule umarmt. Der Sage nach soll es sich hierbei um den Riesen Finn handeln, der nach einer verlorenen Wette mit dem heiligen Laurentius in die Krypta geflohen und dort zu Stein erstarrt ist. Die Darstellung einer hockenden Frauengestalt mit Kind am unteren Teil einer anderen Säule erklärt die Legende als Familie des Riesen, die dasselbe Schicksal erlitt.

Neben zahlreichen uralten und kunstvoll verzierten Grabplatten steht an zentraler Stelle der 1512 geschaffene Sarkophag von Birger Gunnarsen, dem letzten katholischen Erzbischof von Lund. An der Ostseite der Krypta steht der 1123 geweihte Hauptaltar, der allerdings ursprünglich am Platz des großen Sarkophags stand, bis Bischof Gunnarsen diese Stelle für seine letzte Ruhestätte auswählte.

Vom großen Mittelschiff des Doms führt eine breite Treppe hinauf zum Hochchor in der Apsis, deren Kuppel in den leuchtenden Farben eines großen Glasmosaiks erstrahlt. Während das Mosaik, das die Auferstehung Christi darstellt, aus den 1920er Jahren stammt, entstanden die insgesamt 78 Chorstühle bereits im 14. Jahrhundert. Das riesige, holzgeschnitzte Altarbild – siebeneinhalb Meter lang und zwei Meter hoch – stammt aus dem Jahr 1398.

Einer der prunkvollsten Gegenstände im Dom ist die Kanzel an der Nordseite des Mittelschiffs. Sie besteht aus Sandstein, Kalkstein, schwarzem und weißem Marmor sowie Alabaster. Die Kanzel wurde 1592 vom deutschen Bildhauer Johannes Ganssog geschaffen und gilt als eine der prachtvollsten Werke der nordischen Renaissance.

Insgesamt verfügt der Dom über fünf verschiedene Orgeln, wobei die Hauptorgel auf der Westempore mit 102 Registern und 7074 Pfeifen die größte Kirchenorgel in Schweden ist. Tiefer gehende Informationen zur Geschichte und Entwicklung der Kathedrale bieten sowohl das Domkyrkoforum als auch das Domkyrkomuseum im nahe gelegenen Historischen Museum.


Der Dom ist weitestgehend barrierefrei, auch der Hochchor kann über einen kleinen Aufzug erreicht werden. Barrierefreie Toiletten befinden sich im benachbarten Domkyrkoforum.

Heute geöffnet
08:00 – 18:00

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