Ängelholm

Touristenstadt am Skälderviken

Ängelholm ist der Hauptort der gleichnamigen Kommune in Nord-West Skåne, etwa 70 Kilometer nördlich von Malmö. Die Stadt liegt im Mündungsgebiet des Flusses Rönne an der Bucht Skälderviken an der schwedischen Westküste.

Ängelholm ist mit seinen über 23.000 Einwohnern die mit Abstand größte Ortschaft in der Kommune Ängelholm. Neben den Zentralfunktionen als Kommunen-Hauptort hat sich Ängelholm über die Jahre auch zu einer Art Oberzentrum in der Region entwickelt. Durch die hohe Konzentration unterschiedlicher Geschäfte, Banken, Behörden und anderer Unternehmen reicht der Einzugsbereich Ängelholms auch weit in die Nachbarkommunen Höganäs und Båstad hinein.

Ängelholm ist zumindest in Schweden auch unter dem Beinamen Lergöksstaden (Tonkuckuckstadt) bekannt, da es einst das Zentrum für die Herstellung dieses kleinen tönernen Blasinstrumentes, einer einfacheren Form der Okarina, in der Form eines Vogels war. Es gibt sogar ein eigenes Orchester (Lergöksorkester) in Ängelholm, das auf diesen Instrumenten spielt.

Die Stadt ist verkehrstechnisch sehr gut angebunden. Nur wenige Kilometer östlich vom Stadtzentrum verläuft die Autobahn E6/E20 und der Bahnhof Ängelholm ist ein Haltepunkt auf der Strecke Malmö - Göteborg. Am nördlichen Stadtrand liegt der Flughafen Ängelholm-Helsinborg mit regelmäßigen Verbindungen nach Stockholm und Gotland, aber auch nach Alicante bzw. mit unregelmäßigen Charterflügen auch in andere südliche Regionen.

Geschichte von Ängelholm

Ängelholm wurden 1516 vom dänischen König Christian II die Stadtrechte verliehen und die Bewohner des unmittelbar an der Küste gelegenen Städtchens Luntertun wurden aufgefordert, in die neue Stadt, einige Kilometer flussaufwärts zu ziehen. 1547 wurden Ängelholm die Stadtrechte aber schon wieder entzogen und die Bewohner nunmehr angehalten, in die Festungsstadt Landskrona überzusiedeln, da jetzt Landskrona auf Wunsch des Königs stärker entwickelt werden sollte.

Für die nächsten 200 Jahre fristete Ängelholm das Dasein eines sogenannten "Fleckens", einer Ortschaft zwischen Stadt und Dorf. Es gab Märkte, einige Händler und Handwerker siedelten hier, aber es fand keine eigentliche Weiterentwicklung oder gar Wachstum statt. Kriege und Brände setzten dem Ort heftig zu und zum Schluss wurde Ängelholm ernsthaft durch den Flugsand von der Küste bedroht. Mit einem Reichstagsbeschluss kam in den 1730er Jahren die Rettung. Es wurden Gelder für entsprechende Schutzmaßnahmen genehmigt und Schutzmauern parallel zum Strand gebaut. Hier sammelte sich der Flugsand zu langen Hügeln, die anschließend mit Gras und Sträuchern bepflanzt wurden und sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts zum heutigen Strandwald Kronoskogen entwickelten.

Nachdem die Stadt 1740 ein weiteres Mal niedergebrannt war, begann mit dem Kaufmann Frick eine allmähliche, positive wirtschaftliche Entwicklung. Er gründete eine Tabakmanufaktur und ließ eine Wassermühle bauen. Die örtlichen Tonvorkommen boten die entsprechende Qualität und damit eine gute Basis für das aufstrebende Keramikhandwerk. Das Wasser des Rönneå erwies sich als gut geeignet für den Betrieb von Gerbereien und führte zur Konzentration der Lederindustrie in Ängelholm.

Es siedelten sich immer mehr Handwerker an und 1767 erhielt Ängelholm die Stadtrechte wieder zurück. Ab dem 19. Jahrhundert entwickelte sich Ängelholm mit Grönvalls Lederfabrik, der südschwedischen Riemenfabrik, der Zuckerfabrik, der Ziegelei und weiteren, kleineren Betrieben, zu einer modernen Industriestadt.

Wetter in Ängelholm

16 °C

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