Bergkvara Slottsruin 2010
Bergkvara Slottsruin 2010

Bergkvara Slottsruin

Mittelalterliche Schlossruine bei Växjö

Bergkvara Slottsruin liegt rund 5 Kilometer westlich vom Stadtrand Växjös entfernt, auf einer kleinen Insel am nördlichen Seeufer des Bergkvarasjön. Sie ist die Ruine des um 1470 gebauten, befestigten Herrenhauses des Gutes Bergkvara.

Im 15. Jahrhundert war Gut Bergkvara unter seinem damaligen Besitzer Arvid Trolle einer der größten privaten Grundbesitze in Skandinavien. Arvid Trolle, der als einer der reichsten Männer seiner Zeit auch als "der reiche Arvid" bezeichnet wurde, ließ sich das standesgemäße Bergkvara Slott auf der Insel im Bergkvarasjön bauen.

Das Gebäude der heutigen Schlossruine nannte man zu jener Zeit, als fast alle Gebäude noch aus Holz gebaut wurden, ein "festes Haus" – ein großes Steinhaus, das eine Kombination aus luxuriösem Wohngebäude und Verteidigungsanlage zugleich war. Es war mindestens sechs Stockwerke hoch, besaß bis zu zwei Meter dicke Mauern und war von einem doppelten Wallgraben umgeben. An jeder der vier Ecken der obersten Etage befand sich ein hängender Turm und das Dachgeschoss war zum Schützenloft ausgebaut.

Bei einer Länge von 22 Metern und einer Breite von 15 Metern hatte das Schloss über alle Stockwerke verteilt eine Gesamtfläche von rund 1.800 Quadratmetern und gehörte wohl zu den luxuriösesten Gebäuden seiner Zeit. Dieser Luxus fand 1542 sein Ende, als Bergkvara nach längerer Belagerung durch das von Nils Dacke angeführte Bauernheer erstürmt, geplündert und in Brand gesetzt wurde.

Danach wurde das Schloss aufgegeben und begann zu verfallen, wobei der eigentliche Verfall zur heutigen Ruine erst nach 1732 einsetzte. Zu diesem Zeitpunkt hatte General Carl von Otter den Gutsbesitz gekauft und ließ die Kupferplatten vom Dach des Schlosses entfernen, um mit deren Verkaufserlös das Gut teilweise zu bezahlen. Der weitere Verfall des ungeschützten Bauwerks war anschließend nur noch eine Frage der Zeit.

Seit 1784 befindet sich der Gutshof im Besitz der Familie Posse und ist nicht komplett für die Öffentlichkeit zugänglich. Auf dem Hofgelände betreibt die Familie das nostalgisch eingerichtete Café Svenska Tantens Trädgårdscafé und einige Ferienwohnungen. Der Zugang zur imposanten, mehrere Stockwerke hohen Ruine ist nur während der Tagesstunden uneingeschränkt möglich.

Heute geöffnet
09:00 – 18:00

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