Dädesjö Gamla Kyrka 2014
Dädesjö Gamla Kyrka 2014 | Foto: Hans A. Rosbach (CC BY-SA 3.0)

Dädesjö Gamla Kyrka

Mittelalterliche Kirche in Dädesjö

Dädesjö Gamla Kyrka ist eine kleine, aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche. Sie steht rund 26 Kilometer nordöstlich von Växjö und wirkt von außen sehr unscheinbar, ist aber aufgrund ihrer Deckenmalereien international bekannt.

Eine derartig alte und im Original erhaltene bemalte Holzdecke, wie sie in der Dädesjö Gamla Kyrka am Rand des Dörfchens Dädesjö inmitten der Wälder Smålands zu finden ist, gibt es in ganz Europa nur noch in zwei weiteren Kirchen zu sehen. Zum einen in der St. Martin Kirche im schweizerischen Dorf Zillis und zum anderen in der Michaeliskirche in Hildesheim, deren Deckenbemalungen auf 1100 und 1200 n.Chr. datiert werden.

Die Bemalung der Holzdecke in der aus Feldsteinen gebauten Kirche in Dädesjö entstand um 1260 und ist in ihrem im ursprünglichen Zustand. Im Gegensatz zu anderen Kirchendecken wurde sie im Laufe der Jahrhunderte niemals übermalt. Die alte Holzdecke besteht aus Nadelholzbrettern, die eine durchgängige Bemalung in Form von verschiedenen Medaillons aufweist. Die dargestellten Motive stellen überwiegend Szenen aus dem Weihnachtsevangelium dar und erzählen wie eine Art historischer Comic die Geschichte um die Geburt Christi.

Die Wände sind ebenfalls mit mittelalterlichen Malereien verziert. Die oberen Wandbereiche zeigen Darstellungen der Leidensgeschichte und Tod Jesu während die unteren Wandflächen die Legende von St. Nikolaus zeigen. Im Triumpfbogen findet man neben der gut erhaltenen Darstellung von zwei Löwen eine Runeninschrift mit dem Namen Sighmundr, dem vermuteten Urheber der Malerei in der Kirche.

Außer einer aus dem frühen 13. Jahrhundert stammenden, holzgeschnitzten Marienstatue und einer Holzskulptur des Heiligen Olaf, befinden sich keine weiteren mittelalterlichen sakralen Gegenstände in der Kirche. Das ehemalige Taufbecken aus der Entstehungszeit befindet sich mittlerweile in der neuen Kirche von Dädesjö.

Als diese neue Kirche 1794 geweiht worden war, wurden Chor und Apsis der alten Kirche abgerissen und das verbliebene Hauptschiff fortan als Lagerraum genutzt. Nach Wiederentdeckung der einmaligen Malereien kam die Kirche 1906 in staatlichen Besitz, wurde Ende der 1930er Jahre gründlich restauriert und untersteht als Objekt von besonderem nationalem Interesse seit 2015 Statens Fastighetsverk, der staatlichen Immobilienverwaltung.


360 42 Braås (Dädesjö)
57°0′38.2″N 15°6′24.5″E

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