Växjö Domkyrka 2007
Växjö Domkyrka 2007 | Foto: PhilippN (CC BY-SA 3.0)

Växjö Domkyrka

Dom zu Växjö

Växjö Domkyrka, der Dom zu Växjö, ist die Hauptkirche des Bistums Växjö und steht am Rand des heutigen Stadtkerns von Växjö. Der heutige Grundriss der Kirche mit der auffälligen doppelten Turmspitze stammt aus dem 15. Jahrhundert, einige Fragmente stammen jedoch bereits aus dem 12. Jahrhundert.

Die erste Kirche an der Stelle der heutigen Växjö Domkyrka war eine kleine Holzkirche im 11. Jahrhundert. Der Legende nach enstand sie auf Betreiben des Missionars und später heiliggesprochenen Sankt Sigfrid. Um 1170 wurde die Diözese Växjö gegründet und die erste Domkirche für den neuen Bischofssitz wurde gebaut.

Diese erste Kathedrale war aus Natursteinen gemauert, hatte einen romanischen Grundriss mit nur einem Kirchenschiff, einem schmaleren Chor mit halbrunder Apsis und einen mächtigen Turm. Von diesem Bauwerk existieren nur noch Reste der alten Fundamente und einige Säulen im heutigen Hauptschiff, sowie das Mauerwerk im unteren Teil des Kirchturms.

Im 15. Jahrhundert wurde die Kathedrale grundlegend umgebaut, wobei der bis heute erhaltene Grundriss entstand. Die bis dato romanische Kirche wurde in eine dreischiffige gotische Hallenkirche verwandelt und der breite Kirchturm erhielt zum ersten Mal zwei hohe, schmale Turmspitzen.

Im Lauf der nachfolgenden Jahrhunderte wurde der Dom zweimal von dänischen Truppen geplündert und mehrere Male von Bränden heimgesucht. Nach dem letzten Großbrand, am 29. Mai 1740 durch einen Blitzschlag ausgelöst, dauerte es rund dreißig Jahre, um die Kirche wieder aufzubauen.

1850 erhielt die Kathedrale das Aussehen einer spätmittelalterlichen schonischen Kirche mit Treppengiebeln. Erst die letzte Restaurierung Ende der 1950er Jahre gab dem Dom sein Erscheinungsbild aus dem 15. Jahrhundert wieder zurück.

Die ältesten Überbleibsel der Vergangenheit stammen aus dem 16. Jahrhundert – Fragmente von Kalkmalereien in einer Seitenkapelle. Es folgen ein Grabstein von 1617 sowie zwei gusseiserne Grabplatten aus dem 18. Jahrhundert. Ein großes "S" auf einer Bodenplatte in der Mitte des Hauptschiffes markiert die Position des Altars in der Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert, unter dem sich wahrscheinlich das Grab von Sankt Sigfrid befunden hat.

Die Taufschale in Form einer Arche aus blauem Glas stammt aus der Hand des Glaskünstlers Göran Wärff. Das Taufbecken und die Kanzel aus schwarzem Granit sowie der Hochaltar aus poliertem Kalkstein sind Werke des bekannten Bühnenbildners und Glaskünstlers Jan Brazda.

Vier, im Dom verteilte Holzskulpturen mit den Darstellungen von Jesus, Maria sowie den Aposteln Petrus und Paulus wurden von der Bildhauerin Eva Spångberg geschaffen. Gleich links hinter dem Eingang befindet sich der viel besuchte Baum der Erkenntnis, eine Lichtinstallation aus Glas und Schmiedeeisen, die als Gemeinschaftswerk des Glaskünstlers Erik Höglund mit dem Kunstschmied Lars Larsson entstand.

Die größte Aufmerksamkeit erregt das 2002 vom bekannten Glaskünstler Bertil Vallien geschaffene Altarbild. Nach dem Vorbild mittelalterlicher Flügelaltäre besteht es aus einem Corpus mit zwei beweglichen Flügelteilen – in diesem Fall aus gegossenem Glas. Die drei Teile stehen für die Erde, die Unterwelt und den Himmel, wobei das Zentrum durch den leidenden Christus am Kreuz gebildet wird.

Linnégatan
352 33 Växjö
56°52′38.6″N 14°48′43.2″E
Heute geöffnet
09:00 – 19:30

Chronologie

11. Jahrhundert

Bau einer Missionskirche aus Holz.

Spätes 12 Jahrhundert

Gründung der Diözese Växjö und Bau der ersten romanischen Kathedrale.

13. Jahrhundert

Abriss der Apsis und Verlängerung des Doms in Ostrichtung.

1277

Der Turm wird durch einen Brand teilweise zerstört und unter erstmaliger Verwendung von Ziegelsteinen wieder aufgebaut.

14. Jahrhundert

Vergrößerung der Kathedrale durch verschiedene Anbauten, darunter auch das nördliche Seitenschiff.

Spätes 14. Jahrhundert

Erneut starke Beschädigung durch einen Brand.

15. Jahrhundert

Umbau in eine dreischiffige gotische Kathedrale und erstmaliger Bau der doppelten Turmspitze.

1560er Jahre

Der Dom wird von dänischen Truppen geplündert und niedergebrannt, dabei wird der Turm zerstört.

1580er Jahre

Instandsetzung der Kirche und Wiederaufbau des Turmes mit den Vorbildern der heutigen Turmspitzen.

1612

Erneute Plünderung durch dänische Truppen mit Zerstörung der Kirchenbänke und des vom Domkapitel angelegten Archivs.

17. Jahrhundert

Wohlhabende Familien lassen oberirdische Grabkammern in der Kirche anlegen.

29. Mai 1740

Nach einem Blitzeinschlag in die nördliche Turmspitze brennt die Kathedrale bis auf das Mauerwerk nieder.

1771

Nach 30-jähriger Bauzeit ist der Dom im neuklassizistischen Stil wieder aufgebaut worden.

1849

Während einer Restaurierung mit tiefgreifendem Umbau bekommt der Dom Stufengiebel, die Grabkammern in der Kirche werden entfernt und der Innenraum erhält seine heutige Größe.

Spätes 19. Jahrhundert

Der Innenraum wird mit dunkel gestrichenen Bänken und Schablonenmalerei an den Wänden im Stil der nordischen Nationalromantik umgestaltet.

1950er Jahre

Der Dom wird durch eine dreijährige Restaurierung wieder dem Aussehen der Kathedrale aus dem 15. Jahrhundert angenähert.

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