Utvandrarnas Hus 2015
Utvandrarnas Hus 2015 | Foto: Stefan Lindskog (CC BY-SA 4.0)

Utvandrarnas Hus

Auswanderermuseum in Växjö

Utvandrarnas Hus, nur wenige Schritte vom Landesmuseum in der småländischen Metropole Växjö entfernt, ist ein Museum der ganz besonderen Art, denn es beschäftigt sich ausschließlich mit den großen schwedischen Auswanderungsbewegungen zwischen 1846 und 1930.

Man mag es sich angesichts des heutigen, hochtechnisierten, innovativen und wohlhabenden Schweden kaum vorstellen, aber es ist noch nicht einmal 150 Jahre her, dass Schweden zu den ärmsten Regionen in Europa gehörte. Vor der ersten industriellen Revolution, die in Schweden um einiges später als beispielsweise in England einsetzte, war das Land ein ausgesprochener Agrarstaat mit begrenzten landwirtschaftlich nutzbaren Flächen, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr ausreichten, die schnell wachsende Bevölkerung zu ernähren.

Auf Missernten folgten große Hungersnöte, die zu den ersten Auswanderungswellen führten. Später kamen politisch motivierte Auswanderungen hinzu, aber Hunger und Armut blieben die primär treibenden Gründe für mehr als 1,3 Millionen Schweden, die in einem Zeitraum von nur etwa 80 Jahren ihr Heimatland verließen. Die überwiegende Mehrheit von ihnen wanderte nach Nordamerika, vornehmlich in die USA aus, ungefähr ein fünftel von ihnen kehrte später wieder heim. Etwa die Hälfte der Auswanderer kam aus Småland, einer schon immer als arm geltenden Region.

Mit der Dauerausstellung Drömmen om Amerika (Traum von Amerika) gelingt dem Auswandermuseum eine plastische Darstellung der damaligen Situation. An Hand von Fotos, persönlichen Briefen und Aufzeichnungen werden individuelle Geschichten einzelner Auswanderer erzählt. Die wahren Schilderungen der Lebensumstände, von erfolgreichen Auswanderungen aber auch von geplatzten Träumen machen die persönlichen Ursachen der Auswanderungen und die menschlichen Schicksale dahinter nachfühlbar.

Vilhelm Moberg, der den Auswandern mit seinem großen und berühmten Roman ein literarisches Denkmal gesetzt hat, darf in diesem Museum nicht fehlen. In einem, dem Autor gewidmeten Raum befindet sich das Original-Manuskript seines Auswanderer-Romans sowie Fotos und andere Andenken aus dem Leben des 1973 verstorbenen Schriftstellers.

Das Museum wurde 1965 vom schwedischen Auswanderer-Institut mit der Absicht gegründet, dass Archiv mit dem umfangreichen Material über die Auswanderer-Epoche an einem zentralen Ort zu verwahren und der Öffentlichkeit einfacher zugänglich zu machen. Zusätzlich eröffnete das Institut eine eigene Forschungsabteilung, die sich zu einer bevorzugten Adresse für Ahnen- und Immigrationsforscher entwickelt hat.

Heute geöffnet
10:00 – 17:00

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