Granhults Kyrka 2016
Granhults Kyrka 2016 | Foto: Bernt Fransson (CC BY-SA 4.0)

Granhults Kyrka

Schwedens älteste Holzkirche

Schwedens älteste vollständig erhaltene Holzkirche, die um 1220 gebaute Granhults Kyrka, steht etwa 10 Kilometer nördlich von Lenhovda.

Abgesehen von der Sakristei und der kleinen Vorhalle, die im 17. und 18. Jahrhundert angebaut wurden, stammen alle anderen Teile der Granhults Kyrka einschließlich des hohen und steilen Daches aus dem frühen 13. Jahrhundert. Dendrochronologische Untersuchungen datieren die alten Balken auf die Zeit um 1217.

Die gesamte Kirche ist in Blockbauweise errichtet, die Außenwände und das Dach sind komplett mit Holzschindeln verkleidet. Die Fensteröffnungen waren ursprünglich kleine Rundbogenfenster, die sich sehr weit oben in den seitlichen Wänden befanden. Die heutigen größeren Fenster wurden erst im 18. Jahrhundert eingebaut.

Alle Wände und Decken innerhalb der Kirche einschließlich der Sakristei sind vollständig in bunten Farben mit biblischen Motiven bemalt. Die Malereien im Langhaus, Chor und in der Vorhalle wurden 1753 vom bekannten Kirchenmaler Johan Christian Zschotzscher aufgebracht, während sich am Triumpfbogen und an der östlichen Chorwand noch Fragmente älterer mittelalterlicher Malereien befinden.

Die meisten Teile der Inneneinrichtung wie die Kanzel und die Kirchenbänke stammen aus dem 17. Jahrhundert. Die ältesten Gegenstände in der Kirche sind ein aus dem 15. Jahrhundert stammendes Bildnis des St. Olav sowie eine spätgotische Madonnenstatue, die auf die Zeit um 1475 datiert wird.

Der neben der Kirche stehende hölzerne Glockenstapel stammt aus dem 18. Jahrhundert und ersetzte einen älteren Glockenstapel. Die größere der beiden Glocken wurde im 14. Jahrhundert gegossen, die kleinere stammt aus dem Jahr 1818.

Das die Granhults Kyrka überhaupt noch existiert, ist nur dem besonderen Engagement der Gemeindemitglieder zu verdanken. Als die Kirche in den 1830er Jahren Im Rahmen der von Bischof Esaias Tegnér vorangetriebenen Erneuerungen der Kirchen im Bistum Växjö abgerissen werden sollte, setzte sich die Kirchengemeinde Granhult erfolgreich zur Wehr.

Die Kirche wurde zwar außer Dienst gestellt, aber die Gemeindemitglieder verhinderten den Abriss, in dem sie dem Bischof die Genehmigung abrungen, die Kirche auf eigene Kosten als Getreidespeicher zu nutzen. Mit ähnlichen Maßnahmen wurden in der Provinz Kronoberg weitere bedeutenden mittelalterliche Kulturdenkmäler wie die Dädesjö Gamla Kyrka, die Jäts Gamla Kyrka sowie die Hemmesjö Gamla Kyrka vor dem Abriss gerettet.

Nach dem Ende der Ära Tegnér wurde die Granhults Kyrka im Jahr 1879 wieder geweiht und seither wieder regelmäßig für Gottesdienste, insbesondere als sehr beliebte Trau- und Taufkirche genutzt.

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