Husqvarna Museum
Husqvarna Museum | Foto: Husqvarna Museum

Husqvarna Museum

Fabrikmuseum in Jönköping

In Huskvarna, dem östlichen Stadtteil der småländischen Metropole Jönköping im Zentrum der Gemeinde Jönköpings Kommun, präsentiert das Husqvarna Museum die spannende Firmengeschichte der Marke Husqvarna, dem Urgestein der schwedischen Metallindustrie.

Angefangen bei der Gründung als königliche Gewehrfabrik im Jahre 1620 bis zum heutigen Premium-Hersteller von Forst- und Gartengeräten führt das Husqvarna Museum auf 2.400 Quadratmetern Ausstellungsfläche anhand unzähliger Erzeugnisse durch die einzelnen Epochen der Firmengeschichte, die ungewöhnlich häufig von radikalen Änderungen der Produktpalette geprägt wurde.

Von der Gewehrfabrik zum eigenen Stadtteil

Anfänglich befand sich die Gewehrfabrik im Zentrum von Jönköping. Nachdem im Jahre 1689 am Wasserfall des Flusses Huskvarnaån ein Bohrwerk für die Waffenfabrik gebaut wurde, zog die Fabrik an den heutigen Standort um. Aus der Fabrikansiedlung entstand im Laufe der Geschichte die zunächst eigenständige Stadt Huskvarna, die Anfang der 1970er Jahre zum Stadtteil von Jönköping wurde.

1757 wurde die königliche Gewehrfabrik privatisiert und in Husqvarna Gevärsfaktori (Husqvarna Gewehrfabrik) umbenannt. Während dieser Epoche wurde unter anderem das nur wenige hundert Meter von der Fabrik entfernte Smedbyn (Dorf der Schmiede) errichtet, um einen großen Teil der bis dahin bei Heimarbeitern im Umland verstreuten Fertigung von Einzelteilen näher an den Fabrik zu bringen. Der auf nur wenige standardisierte Typen von Handfeuerwaffen beschränkte Bedarf der schwedischen Armee war zu jener Zeit eher gering, so das man sich auf die Herstellung hochwertiger Jagdwaffen verlegte. Rund 200 unterschiedliche Exemplare der im Laufe der Firmengeschichte in Huskvarna hergestellten Handfeuerwaffen sind in einem eigenen Saal des Museums ausgestellt.

Darunter befindet sich eine Auswahl der im Laufe der Firmengeschichte hergestellten militärischer Handfeuerwaffen, deren Ära 1970 mit der Fertigung der letzten Exemplare des halbautomatischen Karabiners Ak4 für die schwedische Armee endete. Der überwiegende Teil der Ausstellung besteht aus Jagdwaffen, darunter als ältestes Exemplar ein meisterlich gefertigtes Steinschlossgewehr aus dem Jahre 1735 sowie das letzte im Jahr 1989 hergestellte Gewehr. Letzeres wurde in einer limitierten Auflage von nur 15 Stück als sogenanntes "Jubiläumsgewehr" zum 300-jährigen Firmenjubiläum produziert, das zugleich das Ende der Waffenherstellung bei Husqvarna markierte.

Zuletzt wurden am Stammsitz in Huskvarna nur noch Schrotgewehre, überwiegend in Luxusausführung hergestellt sowie Servicearbeiten durchgeführt. Eine kleine Werkstatt mit originalen Werkzeugen zeigt im Museum einen Teil der Büchsenmacherwerkstatt, die 1990 mit der Pensionierung des letzten Büchsenmachers geschlossen wurde.

Aus Handwerk wird Industrie

Nachdem die Gewehrfabrik im Jahr 1867 eine Großauftrag für das schwedische Militär erhalten hatte, wurde das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt – aus der Husqvarna Gefärsfaktori wurde die Husqvarna Vappenfabrik Aktiebolaget (Husqvarna Waffenfabrik AG). Um den Handwerksbetrieb in eine industrielle Produktionsstätte zu verwandeln, wurde zeitgleich ein neues Fabrikgebäude gebaut – das Gebäude, in dem sich heute das Husqvarna Museum befindet.

Schon wenige Jahre später ging das Waffengeschäft zurück. Auf der Suche nach einer schnellen Alternative baute man sich ab 1872 mit der Herstellung von Nähmaschinen ein zweites Standbein auf, da sich die Bearbeitungsmaschinen aus der Waffenproduktion mit geringen Anpassungen auch für die Herstellung von Nähmaschinenteilen eigneten. 1874 nahm die eigens gebaute Eisengießerei die Produktion von Gussteilen für die Nähmaschinen auf.

In der Nähmaschinen-Abteilung des Husqvarna Museum kann man die technische Entwicklung der kleinen Textilmaschinen anhand zahlreicher Modelle im Detail erkunden. Den Anfang machen die dekorativen, in schwarz lackierten und mit goldfarbenen Applikationen verzierten Maschinen mit Fußantrieb, an denen unsere Urgroßmütter im Schein von Gas- oder Petroleumlampen Kleidung für sich und ihre Familie nähten. Dann die ersten Maschinen mit Elektroantrieb, gefolgt von den ersten mechanischen Steuerungen für verschiedene Arten von Nähten, bis hin zu den digitalen Alleskönnern der Gegenwart, bei denen das vollständige Studium der Bedienungsanleitung sehr wahrscheinlich länger dauert, als ein Ballkleid zu nähen. Husqvarna hat zwar seine Nähmaschinenproduktion schon vor etlichen Jahren aufgegeben, aber die Maschinen werden weiterhin unter dem bekannten Markennamen Huskvarna Viking von der VSM-Group produziert und vertrieben.

Die Ausstellungen im Husqvarna Museum

Das Husqvarna Museum zeigt in seinen interessanten Ausstellungen die zahlreichen Beispiele aus den verschiedenen Produktgruppen, die im Laufe ihrer Firmengeschichte von der heutigen Husqvarna AB hergestellt wurden. Neben den bereits erwähnten Ausstellungen mit Waffen und Nähmaschinen findet man in den Räumen des ehemaligen Fabrikgebäudes unter anderem Ausstellungen mit Außenbordmotoren, Fahrrädern, Mopeds und vor allem Motorrädern, die von 1903 bis 1986 mit großem Erfolg in Huskvarna gebaut wurden.

Gefolgt von einer Ausstellung mit Haushaltswaren aller Art, die über einen Zeitraum von rund 100 Jahren in Huskvarna produziert wurden und die von einfachen Kochtöpfen und Pfannen über Eismaschinen bis hin zu elektrisch beheizten Tischpfannen reicht. Darunter auch der bekannte handbetriebene Fleischwolf für die häusliche Küche, der als Topseller weltweit über 12 Millionen mal verkauft wurde.

Eine andere Ausstellung zeigt die Produktpalette der Gießerei, in der neben den Teilen für die Nähmaschinen auch mehrere hundert verschiedene Artikel, unter anderem Kopien historischer Rüstungen für Dekorationszwecke, Spucknäpfe, Blumenschalen oder gusseiserne Füße für Särge und Balkenwaagen für den Hausgebrauch gegossen wurden. Weitere ausgestellte Produkte mit Bezug zur Gießerei, die in den 1940er Jahren übrigens die größte Eisengießerei in Nordeuropa war, sind Kaminöfen und Küchenherde, deren Produktion bereits in 1880er Jahren begann.

Anschließend sieht man die in Huskvarna betriebene Weiterentwicklung zu Gas- und elektrischen Küchenherden und in logischer Fortsetzung die Produktpalette der sogenannten weißen Ware – Elektroherde, Kühlschränke, Spülmaschinen und Waschmaschinen, die bis in die 1970er Jahre in Huskvarna entwickelt und weiterhin unter dem Markennamen Husqvarna von Electrolux produziert.

Weitere Ausstellungen widmen sich der Geschichte des gegenwärtigen Kerngeschäftes der Husqvarna AB mit Forst- und Gartengeräten, deren Anfänge zurück bis in die 1950er Jahre reichen. Hier sieht man die ersten von Husqvarna produzierten Benzinrasenmäher aus den 1950ern, gefolgt von den ersten Kettensägen, die man Ende der 1950er auf den Markt brachte und die Freischneider, die 1968 eingeführt wurden. Ebenso ausgestellt sind mehrere Modelle der seit 1986 produzierten Gartentraktoren, darunter auch der erste Prototyp aus dem Jahr 1985. Schließlich noch die Ausstellung der Rasenmähroboter, die die technische Weiterentwicklung der kleinen selbständigen Gartenhelfer zeigt, dessen weltweit erstes vollautomatisches Modell 1995 von Husqvarna auf den Markt gebracht wurde.

Weitere Informationen zum Museum

An der Rezeption des Museums kann man außer den üblichen Souvenirs, Ansichtskarten und Postern eine Auswahl von Büchern über die Geschichte der Husqvarna Vappenfabrik sowie Nachdrucke von historischen Firmenkatalogen kaufen. Dort bekommt man auch einen Kaffee oder Tee sowie Erfrischungsgetränke und Eis.

Das Husqvarna Museum ist weitestgehend barrierefrei. Die Gänge besitzen eine ausreichende Breite für Rollstühle und Kinderwagen. Auf beiden Etagen gibt es je eine behindertengerechte Toilette und die beiden Stockwerke sind über einen geräumigen Aufzug zu erreichen. Unmittelbar vor dem Eingangsbereich befinden sich separate Behindertenparkplätze. Hunde dürfen das Museum nicht betreten.

Husqvarna Museum: Öffnungszeiten & Eintrittspreise

Heute geöffnet: 10:00 – 15:00

Öffnungszeiten

1. Januar – 31. Dezember
Montag – Freitag: 10:00 – 15:00
Samstag – Sonntag: 12:00 – 16:00


Eintrittspreise

Ganzjährig
Normalpreis: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
90 SEK
Kinder (0–11): . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
0 SEK
Kinder (12–18): . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
40 SEK
Studenten: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
70 SEK
Rentner: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
70 SEK

Stand: 06/2020 | Angaben ohne Gewähr.

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