Hällristningar i Himmelstalund 2007
Hällristningar i Himmelstalund 2007 | Foto: Harri Blomberg (CC BY-SA 3.0)

Hällristningar i Himmelstalund

Bronzezeitliche Felsritzungen in Norrköping

Die Felsritzungen Hällristningar i Himmelstalund gehören zu den bedeutendsten bronzezeitlichen Felsritzungen in Schweden. Sie befinden sich gut zugänglich innerhalb einer Grünfläche am Flussufer des Motala ström westlich der Innenstadt von Norrköping.

Mit über 1.700 Felszeichnungen, verteilt auf einen eng begrenzten Bereich von rund 50 verschiedenen flachen Felsen, zeigen die Hällristningar i Himmelstalund, benannt nach ihrer Lage am Freizeitgebiet Himmelstalund, die dichteste Konzentration bronzezeitlicher Felsritzungen in Norrköping. Sie liegen innerhalb eines Areals von rund 2 x 5 Kilometern entlang des Motala ström, in dem sich insgesamt über 7.000 Felsritzungen aus der schwedischen Bronzezeit (1.800 – 500 v. Chr.) befinden.

Die Felsritzungen in Himmelstalund zeigen eine große Vielfalt unterschiedlicher Motive, wobei die Darstellungen von Schiffen mit mehr als 600 Zeichnungen überwiegen. Die Größen der Schiffe variieren recht stark – sie reichen von kleinen Booten bis zu großen Schiffen, auf denen bis zu 50 Personen starke Besatzungen dargestellt sind.

Die zweite große Gruppe bilden die Tierdarstellungen, die mit rund 260 Bildern vertreten sind, darunter eine Felsplatte mit einer Herde von Schweinen sowie die Darstellung einer Wildschweinjagd. An anderer Stelle gibt es lange Reihen mit eingeritzten Abdrücken von Bärentatzen, die als lange Spur über eine Strecke von 20 Metern über die Spitze eines Felsens verlaufen.

Dazu kommen etliche Symbole wie konzentrische Kreise, Sonnenräder, Spiralen und die nur in Östergötland vorkommenden netzartigen Symbole, deren Bedeutung nicht eindeutig geklärt ist. Desweiteren gibt es Ritzungen mit Darstellungen von Streitäxten, Schwertern und Speeren. Bilder von Menschen kommen auch vor, wobei diese meist als Prozessionen oder in Jagdszenen dargestellt sind.

Die Art der Felsritzungen unterscheiden sich grundsätzlich nach zwei unterschiedlichen Ausführungen und zwar in Bilder, bei denen nur die äußeren Umrisse in den Fels gemeißelt wurden sowie in solche, die flächig ausgebildet wurden. Alle Ritzungen sind zwar nur wenige Millimeter tief, aber mit den vor 3.000 Jahren zur Verfügung stehenden Werkzeugen muss der Aufwand immens gewesen sein, um die Ritzungen in den harten Granit einzubringen. Aufgrund dieses Aufwandes und der reichen Symbolik geht man davon aus, dass es sich bei den Felsritzungen um eine frühgeschichtliche religiöse Kultstätte handelt.

Zur besseren Sichtbarkeit werden viele, aber eben nicht alle Felsritzungen regelmäßig mit roter Farbe ausgemalt. Um auch die zahlreichen nicht farbig unterlegten Ritzungen gut erkennen zu können, bieten sich für einen Besuch die frühen Morgen- oder Abendstunden an, wenn die Ritzungen anhand ihres Schattenwurfs durch die tiefstehende Sonne sichtbar werden.


602 13 Norrköping (Himmelstalund)
58°35′36.7″N 16°8′39.2″E

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