Ales Stenar 2016
Ales Stenar 2016 | Foto: Susanne Nilsson (CC BY-SA 2.0)

Ales Stenar

Schiffssetzung in Kåseberga

Ales Stenar in Kåseberga ist die größte erhaltene Schiffssetzung in Schweden und eine der populärsten Sehenswürdigkeiten in Skåne. Das über 1.400 Jahre alte Monument steht auf einem Plateau oberhalb der Steilküste in der Nähe des malerischen Fischerdorfes, rund 20 Kilometer südöstlich von Ystad und wird auch gerne als das schwedische Stonehenge bezeichnet.

Es ist ein beeindruckender Anblick der sich vor einem auftut, wenn man den über 30 Meter hohen Hügel Kåsehuvud erklommen hat und der Blick frei wird auf eines der größten frühgeschichtlichen Monumente in Schweden und ganz Skandinavien. Wer die besondere, über Ales Stenar ruhende Atmosphäre halbwegs in Ruhe genießen möchte, sollte in der Hauptsaison vielleicht eher die frühen Morgenstunden oder den Abend für einen Besuch wählen. Spätestens der ziemlich groß geratene Parkplatz in Kåseberga verrät, dass Ales Stenar eine recht gut besuchte Sehenswürdigkeit in der Region Ystad ist.

Ales Stenar besteht aus insgesamt 59 senkrecht in Form eines Schiffsrumpfes aufgestellten Steinen. Gemessen an den sonst üblichen Schiffssetzungen in Schweden, die recht häufig vorkommen, hat Ales Stenar mit einer Länge von 67 Metern und einer Breite von 19 Metern gewaltige Ausmaße. Die beiden Steine, die Bug und Heck darstellen, sind etwa je drei Meter hoch und haben etwa die doppelte Höhe der restlichen Steine. Das Gewicht der einzelnen Steine liegt zwischen 500 und 1.800 kg.

Nach den letzten archäologischen Untersuchungen im Jahre 1997 wird die Entstehung der Anlage auf die Zeit um 600 datiert. Die Funde innerhalb der Steinsetzung und unter den Steinen konnten zweifelsfrei auf Zeiträume von 400 bis 900 datiert werden.

Nach streng wissenschaftlichen Maßstäben ist die Bedeutung von Steinsetzungen in Schweden bis heute nicht zweifelsfrei bewiesen. Obwohl man nicht in jeder der bisher untersuchten Anlagen menschliche Überreste gefunden hat, geht man davon aus, dass es sich auch bei der Schiffssetzung Ales Stenar grundsätzlich um eine Grabstätte handelt.

Das schwedische Stonehenge

Entgegen allen Erkenntnissen der archäologischen Forschung existiert die These, dass Ales Stenar ein archaischer Sonnenkalender und somit eine Art schwedisches Stonehenge ist. Die These vom Sonnenkalender fußt maßgeblich auf der Positionierung der Steine. Von der Längsachse der Schiffssetzung aus gesehen, geht die Sonne zur Sommersonnenwende exakt hinter dem vorderen Bugstein unter und zur Wintersonnenwende hinter dem Heckstein auf. Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass die dazwischen stehenden Steine mit den Sonnenständen einzelner Monate korrespondieren. Eine mehrere Meter breite Schautafel am Eingang zum Plateau zeigt eine illustrierte Darstellung genau dieser Situation.

Auf einer zeitgenössischen Zeichnung aus dem Jahr 1777 sind die Steine jedoch anders als heute positioniert. Die meisten Steine waren außerdem vor den 1916 und 1956 durchgeführten Restaurierungen umgefallen und von Flugsand bedeckt. Insbesondere 1956 ging man bei der Restaurierung mit schwerem Gerät zu Werke und kein Mensch weiß daher, ob die Steine heute tatsächlich auf ihren ursprünglichen Positionen stehen.

Für die Existenz von astronomischen Kenntnissen innerhalb der bronzezeitlichen Kulturen gibt es in Skandinavien bisher ebenfalls keine Belege. Viele Felsritzungen, wie beispielweise die Felszeichnungen in Tanum, zeigen stets das sogenannte Sonnenpferd, das die Sonne morgens in den Himmel zieht und die Schlange, die die Sonne abends wieder ins Meer zurück zieht. Eine Auffassung über die Geschehnisse am Himmel, die nicht viel mit Astronomie gemein hatte.

Ales Stenar und die geklauten Steine

Neueste archäologische Entdeckungen liefern starke Hinweise auf bestimmte Umstände, die Ales Stenar doch, wenn auch indirekt, mit der Bronzezeit in Verbindung bringen. Offenbar gingen die eisenzeitlichen Erbauer der großen Schiffssetzung bei der Beschaffung der großen Hinkelsteine, die man gerade in Skåne nicht an jeder Ecke findet, recht pragmatisch vor und recycelten wahrscheinlich alte Steine.

Die bei Ales Stenar verwendeten Steine bestehen zum Einen aus unterschiedlichen Mineralien, gleichzeitig stellte man fest, dass in der Umgebung von Ales Stenar die Dichte der aus großen Steinen bestehenden bronzezeitlichen Megalithgräber geringer als im sonstigen Skåne ist. Archäologen der Universität Lund untersuchten die Region daher etwas genauer. Dabei fanden sie mit Hilfe des Bodenradars uralte Abdrücke, die zweifelsfrei von großen Steinen herrühren.

Killevägen
271 78 Löderup (Kåseberga)
55°22′57.6″N 14°3′16.0″E

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