Sölvesborg

Zweitälteste Stadt in Blekinge

Das Küstenstädtchen Sölvesborg ist der Hauptort der Kommune Sölvesborg und nach Ronneby die zweitälteste Stadt der Provinz Blekinge. Die Stadt liegt westlich der Halbinsel Listerland, auf einer Landzunge unmittelbar an der Grenze zu Skåne Län.

Mit seinen nur rund 8.500 Einwohnern ist Sölvesborg bereits die größte Ortschaft in der Kommune. Der mittelalterlich geprägte Stadtkern mit seinen engen Straßen und überwiegend älteren Häusern verleiht der Stadt ein beschauliches Flair. Abgesehen von der im Stil der Backsteingotik im 13. Jahrhundert errichteten, sehenswerten Nicolaikirche, sind jedoch leider keine weiteren mittelalterlichen Gebäude in der Stadt erhalten geblieben.

Östlich des Stadtzentrums stößt man auf die Ruine der mittelalterlichen Burg Sölvesborg, eine einst mächtige und wichtige dänische Reichsburg. Unter ihrem Schutz entwickelte sich die Stadt im späten Mittelalter zu einem administrativen Zentrum für die Ostprovinzen des damaligen dänischen Reiches.

Sölvesborg bietet unter anderem mit einer kleinen Einkaufsstraße in der Innenstadt, mehreren Supermärkten, Tankstellen und Ärztehaus alles was man zum täglichen Leben - auch im Urlaub - so braucht. Die Verkehrsanbindung ist durch die an der Stadt vorbeiführende E22 recht gut. Der Bahnhof von Sölvesborg ist Haltepunkt des Öresundstågen (Öresund-Zug), der Eisenbahnlinie von Kopenhagen/Malmö bis nach Karlskrona.

International genießt Sölvesborg aufgrund des jährlichen Sweden Rock Festival einen guten Ruf bei den Hardrock-Fans. Das jeweils Anfang Juni stattfindende Festival mit mehr als 35.000 Besuchern findet zwar im rund 12 Kilometer entfernten Dörfchen Norje statt, wird aber am ehesten mit Sölvesborg in Zusammenhang gebracht. Eine weitere Attraktion ist Killebom, das jeweils am ersten Juli-Wochenende veranstaltete Stadtfest in Sölvesborg.

Geschichte von Sölvesborg

Wann Sölvesborg erstmals Stadtrechte erhielt, lässt sich heute nicht mehr exakt feststellen. Die älteste noch erhaltene Urkunde zur Verleihung der Stadtprivilegien stammt aus dem Jahre 1445, wobei es sich dabei um eine Erneuerung der bis dahin schon bestehenden Stadtrechte handelt.

1452 wurde die Stadt von schwedischen Truppen niedergebrannt, danach wieder aufgebaut und fungierte bis Anfang des 17. Jahrhunderts als Verwaltungszentrum für das östliche dänische Reich. Anschließend verlor Sölvesborg die Stadtrechte zugunsten der etwa 30 Kilometer westlich gelegenen, im Jahre 1614 neu gegründeten Stadt Kristianstad.

1801 zerstörte ein Großbrand weite Teile des mittelalterlichen Stadtkerns. Nach dem Wiederaufbau und der Wiedererlangung der Stadtrechte im Jahr 1835 erfuhr Sölvesborg einen gewissen wirtschaftlichen Aufschwung. Verschiedene Industriebetriebe, darunter eine Werft und eine Glashütte, siedelten sich an. Gleichzeitig wurde die Stadt zum Zentrum einer Region mit Schnappsbrennereien.

Die Entwicklung der Stadt wurde durch den Vormarsch der Eisenbahn beschleunigt. Zunächst erfolgte eine Anbindung an die Bahnlinie von Kristianstad nach Karlskrona, der heutigen Blekinge Kustbanan (Blekinge Küstenbahn), gefolgt von kurzen Regionalstrecken. Es gab eine Bahnstrecke Sölvesborg-Listerhuvud-Hällevik-Hörvik sowie eine Strecke über Olofström bis nach Älmhult in der nördlichen Nachbarprovinz Kronobergs Län. Die lokalen Bahnlinien existieren heute nicht mehr. Als letztes wurde 1984 die Strecke nach Olofström stillgelegt, die Schienen entfernt und der Bahndamm zu einem Radweg umfunktioniert.

Die beiden größten Industriebetriebe in Sölvesborg, Werft und Glashütte, existieren heute ebenfalls nicht mehr. Sie schlossen 1981 bzw. 1982 für immer ihre Tore.

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