Snapphaneeken 2016
Snapphaneeken 2016 | Foto: GuidebookSweden (CC BY-SA 4.0)

Snapphaneeken

Historische Richtstätte in Sölvesborg

Die Snapphaneeken ist eine uralte Eiche am Rand der Innenstadt von Sölvesborg, an der alten Überlieferungen zu Folge im 17. Jahrhundert regelmäßig gefangene Freiheitskämpfer, die sogenannten Snapphanar aufgehängt wurden.

Als die ehemals dänischen Provinzen Skåne, Blekinge und Halland im Jahr 1658 durch den Friedensvertrag von Roskilde an Schweden abgetreten wurden, formierte sich unter der dänisch geprägten Bevölkerung Widerstand gegen die neue Obrigkeit.

Die in autonomen Gruppen operierenden Untergrundkämpfer wurden von den Schweden abschätzig Snapphanar, nach der niederdeutschen Bezeichnung "Snaphane", als Straßenräuber bezeichnet. Die Guerillakämpfer verfügten über gute Ortskenntnisse, genossen breite Unterstützung innerhalb der Bevölkerung und waren ein gefährlicher Gegner für die als Besatzer empfundene schwedische Armee.

Besonders während des schonischen Krieges von 1674 bis 1679 waren die Snapphanar sehr aktiv. Mit dem legendären "Loshult-Coup", benannt nach der kleinen Ortschaft Loshult an der Grenze zu Småland, gelang es den Snapphanar sogar, die gesamte Kriegskasse der Schweden zu erbeuten. Einige der Beteiligten wurden zwar gefasst, aber die Kasse ist bis heute spurlos verschwunden.

Die Snapphanar und ihre Unterstützer wurden von den Schweden erbarmungslos verfolgt und bei Ergreifung ohne Gerichtsverfahren hingerichtet. In der Regel durch Erhängen und um möglichst große Wirkung in der Öffentlichkeit zu erzielen, am besten an einem großen Baum an einer gut frequentierten Straße.

In der Grenzregion zwischen Skåne und Blekinge waren die Snapphanar besonders aktiv und infolgedessen waren Hinrichtungen an der Tagesordnung. So auch an der Snapphaneeken in Sölvesborg.

Bokedalsvägen/Snapphanegatan
294 39 Sölvesborg
56°3′35.4″N 14°35′47.3″E

Geschichte

Neben vielen verschiedenen Legenden wird die folgende mündliche Überlieferung einer Massenhinrichtung recht häufig erzählt:

Als der schwedische Generalgouverneur für die neuen schwedischen Provinzen eines Tages an der Eiche 20 gefasste Freischärler auf einmal hängen lassen wollte, fand sich kein Henker. Erst nachdem sich einer der Gefangenen anbot, den Job gegen seine eigene Freilassung zu erledigen, hingen der Überlieferung zu Folge am Ende nur 19 Mann am Baum.

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