Sollidens Slott 2010
Sollidens Slott 2010 | Foto: Michael Johansson (CC BY-SA 2.0)

Sollidens Slott

Königliches Sommerschloss auf Öland

Sollidens Slott, das Sommerschloss der schwedischen Königsfamilie, steht umgeben von einer weitläufigen Parkanlage an der Westküste der Ostseeinsel Öland, nur wenige Kilometer südlich des Inselstädtchens Borgholm.

Man spricht zwar von Solliden als Schloss, weil es sich im Besitz der Königsfamilie befindet, aber nüchtern betrachtet handelt es sich hier eher um eine schlossähnliche und sehr große Villa. Das dreigeschossige Gebäude wurde unübersehbar im italienischen Stil errichtet und hebt sich mit seiner strahlend weißen Fassade deutlich vom Grün des umgebenden Parks ab.

Die Villa ist zwar nicht von Innen zu besichtigen, aber man kommt von außen sehr nahe heran. Dafür sind weite Teile des Schlossparkes auf dem insgesamt 80 Hektar großen Grundstück während der regulären Öffnungszeiten in der Sommersaison für die Öffentlichkeit zugänglich.

Dadurch, das Öland in weiten Teilen eine eher trockene und karge Landschaft aufzuweisen hat, wirkt Solliden mit seiner üppigen Vegetation fast wie eine Oase in der Wüste. Man parkt in der etwas höher gelegenen Steppenlandschaft in Sichtweite der imposanten Ruine von Borgholms Slott, geht einige Meter in Richtung Küste und ist schon von dichtem Grün umgeben.

Der Park besteht aus unterschiedlichen Themengärten, die jeder für sich genommen ihren ganz eigenen Reiz haben. Unmittelbar hinter dem Schloss liegt der im mediterranen Stil angelegte italienische Garten – mit Kieswegen, Lebensbäumen, in Form geschnittenen Buchsbaumhecken und Blumenbeeten. Südlich davon befindet sich der englische Park, mit ausgedehnten Rasenflächen und Magnolien, Zypressen oder Platanen.

Westlich liegt der sogenannte holländische Garten, mit verschiedenen Rosenzüchtungen und Staudengewächsen bepflanzt. Dieser Garten war ein Geschenk der Niederländischen Königin Wilhelmina an ihre Freundin Königin Victoria, der Bauherrin von Schloss Solliden.

Der jüngste Garten, der Steingarten, befindet sich in der nordwestlichen Ecke des Parks. Dort gedeihen zwischen dekorativ platzierten Steinen die verschiedensten auf Öland vorkommenden und an schwierige Lebensbedingungen angepassten Pflanzen.

Das kleine, mit wildem Wein berankte Häuschen mit dem Grasdach, schräg gegenüber des Schlosses, ist seit 1948 die Spielhütte für die Kinder der Königsfamilie. Diese Hütte stand schon dort, bevor Königin Victoria Anfang des 20. Jahrhunderts das Gelände zum Bau von Solliden kaufte und wurde bis dahin unter dem Namen Grönadal von einer Tagelöhnerfamilie bewohnt.

Im Eingangsbereich zum Park befinden sich ein Café-Restaurant, das auch warme Mahlzeiten anbietet, eine Bäckerei, eine Crêperie sowie mehrere kleine Läden mit lokalen Lebensmittelerzeugnissen und Kunsthandwerk.

Ob Mitglieder der Königsfamilie anwesend sind, erkennt man daran, dass am Fahnenmast vor dem Schloss die schwedische Flagge mit dem Reichswappen aufgezogen ist. Ist es der König selbst, wird die Flagge mit dem großen Wappen gehisst, für die Kronprinzessin steht die Flagge mit dem kleinen Wappen.

Hunde dürfen im Park mitgeführt werden, müssen aber stets angeleint bleiben. Die Wege im Park haben einen Kiesbelag, Niveauunterschiede sind mit Rampen versehen. Rollstuhlgerechte Toiletten befinden sich im Café und im Eingangsgebäude.

Heute geöffnet
11:00 – 18:00

Chronologie

1903

Königin Victoria, geborene Prinzessin von Baden (1862-1930), leidet seit ihrer Jugend unter immer wiederkehrenden schweren Atemwegserkrankungen. Um der Großstadt Stockholm zu entfliehen und sich über den Sommer in dem für sie besser erträglichen Klima der Insel Öland aufzuhalten, kauft sie das 80 Hektar große Areal und lässt den Sommersitz darauf bauen.

1906

Königin Victoria bezieht das Sommerschloss, das nach ihren Vorstellungen im Stil einer italienischen Villa gebaut wurde. Die Inspiration bezog sie von der auf Capri gelegenen Villa San Michele des schwedischen Arztes Axel Munthe. Victoria verbrachte längere Erholungszeiten in Munthes Villa, der sowohl ihr Leibarzt als auch enger Vertrauter wurde.

1930

Victoria stirbt und ihr Eheman König Gustaf V erbt den Sommersitz. Gustaf, der sich zu Victorias Lebzeiten nur äußerst selten auf Solliden aufhielt, entwickelte nun lebhaftes Interesse für den Sommersitz. Er stellte einen Verwalter für das Schloss ein und ließ einen langfristigen Erhaltungsplan für den Park aufstellen. Dem Beispiel der Insel Mainau im Bodensee folgend, öffnete er den Park für die Öffentlichkeit.

1950

König Gustaf V stirbt und vererbt Solliden an den damaligen Erbprinzen und heutigen König Carl Gustaf

1973

Carl Gustaf wird zum König gekrönt. Seine Familie wählt Solliden als ihr privates Sommerparadies und entwickelt den Schlosspark im Laufe der Jahre zum beliebten Publikumsmagneten.

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