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Kongshögen 2019
Kongshögen 2019 | Foto: GuidebookSweden (CC BY-SA 4.0)
Mini-Map of Sweden with marker at Alvesta Kommun

Kongshögen

Sagenumwobenes Hügelgrab in Lekaryd

Das bronzezeitliche Hügelgrab Kongshögen (Königshügel), bekannt durch die Blända-Sage, befindet sich innerhalb des frühgeschichtlichen Gräberfeldes Lekaryds Gravfält am See Dansjön in der Nordhälfte der småländischen Gemeinde Alvesta Kommun.

Das aus der Bronze- und Eisenzeit stammende Lekaryds Gravfält liegt auf dem mit alten Eichen bewachsenen Hügel Ekbacken am Westufer des Dansjön, etwa auf halber Strecke zwischen Alvesta und Moheda. Unübersehbar hebt sich dabei das Hügelgrab Kongshögen mit einem Durchmesser von 26 Metern und einer Höhe von fast vier Metern von den ansonsten kleineren Grabstätten der Anlage ab.

Das Gräberfeld von Lekaryd

Das gesamte Gräberfeld erstreckt sich über eine Fläche von etwa 130x100 Metern und besteht aus insgesamt rund 20 frühgeschichtlichen Gräbern. Darunter befinden sich außer des Kongshögen drei weitere Hügelgräber die zum Teil beschädigt sind und mit Durchmessern von acht bis 19 Metern bei Höhen von nur bis zu 60 Zentimetern deutlich kleiner als der Königshügel sind. Desweiteren besteht das Gräberfeld aus 14 runden und einer quadratischen flachen Steinsetzungen sowie einer Schiffssetzung, die Kongsgraven (Königsgrab) genannt wird. Sie ist rund 8,5 Meter lang und fünf Meter breit und befindet sich nur weniger Meter von der vorbeiführenden Straße 126 entfernt.

Weitere zehn Steinsetzungen mussten in den 1960er Jahren dem Straßenbau weichen und wurden vorher archäologisch untersucht. Dabei fand man zwei sogenannten Waffengräber, die in der Provinz Kronobergs Län verhältnismäßig selten vorkommen. In einem der eisenzeitlichen Brandgräber fand man die Überreste eines etwa 35 – 40 jährigen Mannes und die seines Hundes sowie seiner aus Schwert, Messer, Lanze, Wurfspeer und Schild bestehenden Kampfausrüstung. Im zweiten Grab lagen die sterblichen Überreste einer Frau zusammen mit Schwert, Messer, Speer- und Lanzenspitze sowie einem Schildbuckel.

Kongshögen und die Sage von Blända

Im Grunde genommen ist Kongshögen ein großes Hügelgrab, wie es viele in Südschweden gibt. Seinen Bekanntheitsgrad verdankt der Königshügel allerdings der Bländasaga (Blända-Sage), der bekanntesten Volkssage Smålands, deren Ereignisse sich in grauer Vorzeit hier zugetragen haben sollen. Aufgezeichnet wurde die Sage von Petter Rudebeck (1660 – 1710), Patron der Eisenhütte Huseby Bruk, der alte Überlieferungen aus seiner Heimatregion sammelte und als Experte für die regionale Geschichte galt. Vielleicht ist es dieser Herkunft zu verdanken, dass die Legende über längere Zeit als historische Tatsache angesehen wurde und es immer wieder Versuche gab, ihren Wahrheitsgehalt zu beweisen.

Zu einer Zeit, als Småland noch aus vielen kleinen Königreichen bestand, lag in dieser Region das Königreich Värend. Eines Tages zog Värends König Alle mit allen wehrfähigen Männern Richtung Västergötland, um dem dortigen Herrscher gegen einen Angriff der Norweger beizustehen. Der Herrscher eines benachbarten dänischen Königreiches – damals reichte Dänemark noch bis an die Südgrenze Smålands heran – nutzte die Situation aus und überfiel das vermeintlich unbewaffnete Värend.

Die Dänen machten die Rechnung jedoch ohne Blända, einer hochstehenden Frau aus dem Gerichtsbezirk Konga in der heutigen Kommune Tingsryd. Um dem Plündern, Vergewaltigen und Morden der Dänen ein Ende zu setzen, schmiedete sie einen perfiden Plan und versammelte dazu in großer Zahl die Frauen Värends um sich. Sie überbrachten dem dänischen König eine Botschaft, dass sie sich mit den Eroberern verheiraten möchten, da sich ihre eigenen Männer nun schon so lange auf dem Kriegszug befanden und es ungewiss sei, ob sie jemals zurückkehren würden.

Die Dänen gingen auf den verlockenden Vorschlag ein und trafen zur verabredeten Zeit am ausgemachten Treffpunkt auf der Bråvalla Hed, einem langgestreckten Heidegebiet an der Westseite des Dansjön ein. Vor Ort fand die dänischen Truppe festlich gedeckte Tische, üppige Mahlzeiten und reichlich alkoholische Getränke vor, nur die Frauen waren noch nicht da – glaubten sie. Nach einer Weile konnten die Dänen den Verlockungen nicht widerstehen und begannen zu essen und vor allem zu trinken, bis sie irgendwann nach Einbruch der Dunkelheit völlig betrunken einschliefen.

Das war der Augenblick auf den Blända und ihre Mitstreiterinnen nur gewartet hatten. Sie hatten aus ihren sicheren Verstecken in den Wäldern am Rand der Heide die Szenerie beobachtet und kamen nun mit Äxten und Knüppeln bewaffnet hervor und erschlugen die schlafenden Dänen bis zum letzten Mann. Den dänischen König und seine Söhne begruben sie anschließend in dem großen Hügelgrab, das seither den Namen Kongshögen trägt. Der angrenzende See Dansjön (Dänensee) trägt seinen Namen auch aufgrund der Legende, ebenso wie die Namen einiger kleiner Dörfer in der Umgebung. Ganz zu schweigen von einer Bucht im nördlichen Åsnen, die bis heute Blodviken (Blutbucht) heißt, weil sich Bländas Truppe dort nach dem vollständigem Sieg das Blut ihrer Feinde vom Leib gewaschen haben soll.

Die Sagenplätze im Märchenland

Kongshögen ist einer von rund 40 beschilderten Sagenplätzen im sogenannten Märchenland Sagobygden, das sich über die Gebiete der Kommunen Alvesta, Älmhult und Ljungby erstreckt. Wie auch hier am Kongshögen gibt es an jedem der mystischen Orte einen roten hölzernen Schaukasten mit dem vollständigen Wortlaut der jeweiligen Legende.


342 63 Alvesta (Lekaryd)
56°57′25.8″N 14°34′19.8″E

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