Lyckeby Kronokvarn 2010
Lyckeby Kronokvarn 2010 | Foto: Boatbuilder (CC BY-SA 3.0)

Lyckeby Kronokvarn

Historische Wassermühle bei Karlskrona

Das aus dem frühen 18. Jahrhundert stammende Gebäude der ehemaligen Wassermühle Lyckeby Kronokvarn steht am Fluss Lyckebyån in Lyckeby, einem Vorort von Karlskrona.

Das gelb gestrichene Steingebäude der Lyckeby Kronokvarn wurde in der Vergangenheit zwar einige Male umgebaut, entspricht aber weitestgehend noch seinem Aussehen gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Die Mühle und die aus der gleichen Epoche stammende angrenzende Steinbrücke über den Lyckebyån wurden 1995 zu Baudenkmälern erklärt. Beide Bauwerke sind Bestandteile des Weltkulturerbes "Marinestadt Karlskrona".

Wie der Name der Mühle es schon vermuten lässt, unterstand sie der Krone, war also eine staatliche Mühle. Lyckeby Kronokvarn wurde zwischen 1710 und 1721 gebaut und versorgte ausschließlich die beiden staatlichen Bäckereien auf Stumholmen und Trossö in Karlskrona mit dem Mehl, das zu Proviant für die Flotte verarbeitet wurde.

Riksvägen 488
371 62 Lyckeby
56°11′49.2″N 15°39′35.4″E

Geschichte

Während der Anfangszeit der Marinebasis wurde das Mehl für die Flotte noch in den königlichen Mühlen in Stockholm gemahlen und nach Karlskrona verschifft. Da die Versorgungssicherheit der Bäckereien vor Ort und damit der Flotte unbedingt gewährleistet sein musste, gestaltete sich die Suche nach einer Alternative vor Ort nicht ganz einfach.

Windmühlen waren aufgrund unsicherer Windverhältnisse ungeeignet, um die Dauerversorgung mit solch großen Mengen Mehl zu gewährleisten und Wasserläufe gab es in der auf Inseln errichteten Stadt Karlskrona nicht. Die nächstgelegene Möglichkeit zum Einsatz von Wasserkraft bestand daher am Fluss Lyckbyån, etwas nordöstlich von Karlskrona. Auf Höhe des alten Städtchens Lyckå, dem heutigen Lyckeby, gab es einen kleinen Wasserfall, der sich als idealer Platz für eine große Wassermühle anbot. Hier standen bereits zwei ältere Wassermühlen, die der neuen Mühle weichen mussten.

Um eine kontinuierliche Wasserversorgung für die Mühle zu gewährleisten, wurde am Fuß des Wasserfalls eine Staumauer errichtet und damit gewissermaßen ein Wasserkraftwerk gebaut. Über einen Kanal wurde das aufgestaute Wasser den großen Wasserrädern der Mühle zugeführt. Man kann Lyckeby Kronokvarn getrost als frühindustrielle Anlage bezeichnen, denn Größe und Umfang der gesamten Anlage, deren Bauzeit mehr als 10 Jahre betrug, waren für die damalige Zeit eher ungewöhnlich. In der Mühle standen einst sechs Mahlstühle in Reihe, von denen jeder von einem eigenen Wasserrad angetrieben wurde. Somit hatte die Anlage genügend Kapazität, um bei kontinuierlichem Betrieb auch noch ausreichend Mehl für die Versorgung einer noch viel größeren Flotte bereitzustellen.

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