Stensjö By 2013
Stensjö By 2013 | Foto: GuidebookSweden (CC BY-SA 4.0)

Stensjö By

Historisches Dorf bei Oskarshamn

Das malerische Dörfchen Stensjö By, rund 10 Kilometer nördlich von Oskarshamn, ist ein äußerst wertvolles Stück schwedischer Kulturgeschichte. Es gilt als das Paradebeispiel eines komplett erhaltenen Bauerndorfes mit zugehöriger Kulturlandschaft des 18. und 19. Jahrhunderts in Schweden.

Stensjö By ist wie eine fantastische Reise in die Vergangenheit – die roten Bauernhäuser und Scheunen, die Gärten, die umliegenden Äcker und Weiden mit ihren kilometerlangen traditionellen Holzzäunen und die schmalen gewundenen Schotterwege, an deren Rändern unzählige Wildblumen blühen – alles sieht dort noch genau so aus wie vor 100 Jahren.

Dabei ist Stensjö By ein Stück lebendige Kulturgeschichte. Die Häuser sind bewohnt, eines davon kann man sogar als Ferienhaus mieten, und die alte Kulturlandschaft wird durch entsprechende Bewirtschaftung in ihrer besonderen Art erhalten. Auf den Weiden grasen seltene Landrassen wie Ryaschafe oder Rödkulla-Rinder und rund um den Hühnerstall gackern seltene Schwedische Blumenhühner. Die Felder werden weitestgehend ökologisch und traditionell, allerdings mit modernen Maschinen bewirtschaftet.

Stensjö By ist ganzjährig kostenlos zugänglich und durch das Dorf sowie die historische Kulturlandschaft führen drei verschiedene Rundwege, die zwischen 1,3 und 3,7 Kilometer lang sind. Eine Scheune im Dorf ist als kleines Museum eingerichtet, das alte Gerätschaften und Fotografien aus der Geschichte des Dorfes zeigt.

Aufmerksamen Zuschauern von Astrid Lindgren Filmen könnte Stenjsö By bekannt vorkommen, denn einige dörfliche Szenen aus den Verfilmungen der Kinder von Bullerbyn und aus Michel sind vor dieser historischen Kulisse gedreht worden.


572 92 Oskarshamn (Stensjö By)
57°20′43.9″N 16°28′0.53″E

Geschichte

Die gesamte Struktur des 1351 erstmals urkundlich erwähnte Stensjö By, mit seinen nah beieinander liegenden Bauernhöfen und dem zugehörigen Mosaik aus Wiesen und Feldern, ist eines der seltenen erhaltenen Beispiele einer dörflichen Struktur, wie sie noch vor den staatlichen Bodenreformen im 19. Jahrhundert in Schweden gang und gäbe war.

Die Ländereien der Höfe bestanden meistens aus mehreren kleineren Einzelparzellen, die oft auch noch untereinander vermischt rund um das Dorf verteilt lagen, demzufolge auch viele Flächen relativ weit vom jeweiligen Hof entfernt waren.

Im Verlauf der staatlichen Bodenreformen wurden die Landbesitze der einzelnen Bauernhöfe untereinander getauscht und jeweils zu größeren zusammenhängenden Flächen zusammengeführt. Gleichzeitig wurden die Höfe vereinzelt und auf die neu zugewiesenen Ländereien verlegt, was dazu führte, dass sehr viele der alten Bauerndörfer von der Landkarte verschwanden.

In Stensjö, das in seiner Blütezeit bis zu 176 Einwohner hatte, führten Streitigkeiten unter den damals fünf Bauern dazu, dass diese Bodenreformen nicht durchgeführt wurden. Aufgrund der kleinen Flächen wurde die Landwirtschaft in Stensjö ab den 1940er Jahren zunehmend unrentabel und 1951 gab der letzte Bauernhof auf.

1963 kaufte die Kungliga Vitterhetsakademien (Königlich Schwedische Gelehrsamkeits-, Geschichts- und Altertümer-Akademie) das Dorf mit Hilfe einer großzügigen Spende auf und begann mit der Restaurierung, die nach 30 Jahren als die bisher umfangreichsten Restaurierung einer historischen Kulturlandschaft in Schweden abgeschlossen wurde.

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