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Månstorps Gavlar 2011
Månstorps Gavlar 2011 | Foto: GuidebookSweden (CC BY-SA 4.0)
Geheimtipp
Mini-Map of Sweden with marker at Vellinge Kommun

Månstorps Gavlar

Schlossruine in der Nähe von Vellinge

Die Ruine des von 1540 bis 1547 erbauten Schlosses Månstorps Gavlar liegt zwischen den Dörfern Östra Grevie und Västra Ingelstad, etwa 9 Kilometer östlich von Vellinge.

Um in das Innere der Ruine zu gelangen, muss man erst den alten Wassergraben über eine hölzerne Brücke überqueren. Nachdem man unter dem Torbogen hindurch geschritten ist, umfängt einen sogleich die besondere Atmosphäre des alten Gemäuers. Die über 3 Meter dicken Mauern lassen leider nur noch erahnen, wie dieser Herrensitz in seiner Blütezeit einmal ausgesehen haben mag.

Ursprünglich war das dreigeschossige Renaissanceschloss 25 Meter lang, 15 Meter breit und fast 15 Meter hoch und gehörte zu seiner Zeit zu den luxuriösesten Schlössern in der Provinz Schonen. Im ersten Stockwerk war ein großer Rittersaal, die zweite Etage enthielt die Wohngemächer und das Obergeschoss diente als Verteidigungseinrichtung und war mit Schießscharten ausgestattet. Das Schloss war von einem 7 Meter breiten und 5 Meter hohen Ringwall sowie einem 18 Meter breiten und 3 Meter tiefen Wassergraben umgeben.

Månstorps Gavlar wurde bereits 1678, gegen Ende des skånischen Krieges zerstört und danach auch nicht wieder aufgebaut. Die Ruine verfiel im Laufe der Jahrhunderte zusehends, bis man sie in den 1930er Jahren durch schützende Baumaßnahmen konservierte, um den weiteren Verfall zu stoppen. In den letzten Jahren wurde die Ruine renoviert und steht seither unter Denkmalschutz. In den Sommermonaten wird sie von verschiedenen Musik- und Theatergruppen gerne als Kulisse genutzt.

Annelundsvägen
235 99 Vellinge (Östra Grevie)
55°28′41.9″N 13°8′12.9″E

Geschichte

Månstorps Gavlar ist, wie die meisten anderen Schlösser und Herrensitze auch, von einem Rankwerk aus Legenden und tatsächlichen Geschehnissen umgeben. So lebte zu Anfang des 16. Jahrhunderts der reiche und mächtige Reichsrat Nils Hake auf dem Rittergut. Nils war ein Spieler und verspielte Stück für Stück seiner Ländereien. Schließlich lieh er sich Geld von seinem Cousin Henrik Krummedige. Als Nils das Geld nicht zurückzahlen konnte, wurde er von Henrik gezwungen, ihm als Ersatz dafür das Rittergut Månstorp zu überlassen.

Schwer enttäuscht vom Leben, wurde Nils Hake zum Anführer einer Gruppe von Aufrührern, die den dänischen Hochadel bekämpfte. Der Aufstand wurde von den Truppen König Christian II niedergeschlagen und Nils Hake 1524 in Kopenhagen hingerichtet. Anschließend band man Nils kopflosen Körper auf sein Pferd und verschiffte beide über den Öresund, hinüber nach Skåne. Von der Küste aus, so geht die Sage, soll dann das Pferd mit seinem kopflosem Herrn bis zum Hof der Familie Hake gelaufen sein.

Die Frau des Cousins Henrik Krummedige machte sich mittlerweile große Sorgen um das Seelenheil ihres herzlosen Gatten, weil er ihrer Meinung nach so rücksichtslos mit seinem Cousin Nils umgegangen war. In ihren Augen kam noch erschwerend hinzu, dass ihr Gatte Henrik in heimtückischer Weise wortbrüchig geworden war. Der hatte nämlich eines Tages vom dänischen König den Auftrag erhalten, den in Ungnade gefallenen Kommandanten der Festung Akershus in Oslo, das damals ebenfalls zu Dänemark gehörte, durch einen loyalen Befehlshaber zu ersetzen. Das Problem war nur, dass der Kommandant nicht gewillt war, aus seiner Festung herauszukommen und Henriks Soldaten aber auch nicht hinein kamen. Erst als Henrik freies Geleit versprach, gab der Festungskommandant auf. Henrik brach jedoch sein Versprechen und ließ den Kommandanten anschließend töten.

Henriks Frau fürchtet nun, ihr geliebter Henrik würde für seine Taten in der ewigen Hölle schmoren. Sie schenkte daraufhin der Kirche von Västra Ingelstad einen neuen Altar, ließ den Chorraum vergrößern und eine Krypta anlegen, in der Henrik dann auch als Erster beigesetzt wurde. Ob das alles nun ausgereicht hat, um Henrik Krummedige einen Platz im Himmel zu sichern, ist nicht bekannt, aber der von seiner Frau gestiftete Altar kann heute immer noch in der Kirche bewundert werden.

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