Boön 2010
Boön 2010 | Foto: Johan Blomström (CC BY 2.0)

Boön

Insel mit kulturhistorischem Wanderweg in Karlshamn

Boön ist eine kleine Insel im Bereich der Hafeneinfahrt von Karlshamn mit einem etwa 3 Kilometer langen kulturhistorischen Rundwanderweg.

Die Insel ist nur etwa 5 Kilometer von der Karlshamner Innenstadt entfernt und kann bequem über eine Fußgängerbrücke von der Halbinsel Sternö aus erreicht werden.

Der markierte Rundwanderweg ist an etlichen Stellen mit Informationstafeln ausgestattet, die über die geschichtliche Bedeutung der jeweiligen Örtlichkeit berichten. Auf dem Rundweg trifft man u. a. auch auf einen kleinen alten Friedhof, auf dem von 1658 bis 1865 Angehörige, der im Kastell auf Frisholmen stationierten Garnison, beigesetzt wurden.

Neben dem kulturhistorischen Aspekt ist der Weg über die Insel natürlich auch eine Wanderung durch die schöne Natur. In den Sommermonaten wird die Insel gerne zum Picknicken, Sonnenbaden und Baden besucht.

Boövägen
374 31 Karlshamn
56°8′40.7″N 14°51′36.1″E

Geschichte

Boön ist insofern für Karlshamn von besonderer historischer Bedeutung, als das die Insel sehr eng mit der Gründung der heutigen Stadt verbunden ist. Schließlich wurde Karlshamn im 17. Jahrhundert auf Befehl König Karl X Gustaf ursprünglich zu dem Zweck gegründet, um hier den Heimathafen der schwedischen Flotte anzulegen.

Zusammen mit dem Bau der Stadt wurden auf Boön gleichzeitig eine Schanze als erste Verteidigungsanlage zum Schutz der Hafeneinfahrt, wie auch die damals größte Werft für Kriegsschiffe in Schweden angelegt. Die Schiffe, die hier vom Stapel liefen, wurden anschließend nach Stockholm gesegelt, dort bestückt und ausgerüstet. Das größte auf Boön gebaute Schiff war mit 55 Metern Länge das Regalschiff Nyckelen, bestückt mit 84 Kanonen auf drei Batteriedecks und einer Besatzung von 400 Mann.

Die Schanze wurde 1675, nach dem Bau des Kastells auf der Insel Frisholmen, außer Dienst gestellt und abgerissen. Da Karlskrona anstelle von Karlshamn mittlerweile zum Flottenstützpunkt ausgebaut wurde, stellte man 1677 auch den Betrieb der Werft auf Boön ein.

Ab 1845 gab es auf Boön noch eine Lotsenstation, die aber schon 1875 in die Nähe des Karlshamner Hafens verlegt wurde.

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