Bräcke Mölla 2011
Bräcke Mölla 2011 | Foto: GuidebookSweden (CC BY-SA 4.0)

Bräcke Mölla

Windmühle bei Lerhamn

Bräcke Mölla ist eine voll funktionstüchtige Holländerwindmühle, auch Kappenwindmühle genannt. Sie steht auf dem Hügel Bräcke in der Nähe der kleinen Ortschaft Lerhamn, rund 5 Kilometer südöstlich von Mölle auf der Halbinsel Kullen.

Bräcke Mölla ist ein sogenannter Galerieholländer. Dabei steht die eigentliche Mühle auf einem aus Bruchsteinen gemauerten Sockel mit einer umlaufenden Galerie, von der aus die Kappe mit den Flügeln gedreht und auch die Bremse betätigt werden kann.

Die Mühle hat eine Gesamthöhe von 18 Metern und mit einer Flügelspannweite von ebenfalls 18 Metern ist sie bei idealen Windbedingungen in der Lage, etwa 500 bis 600 Kilogramm Mehl pro Stunde zu mahlen. Sie gehört dem Heimatverein Kullen, der sie an mehreren Mühlentagen im Sommer in Betrieb setzt und für Besichtigungen öffnet.

Weitere Besichtigungstermine sind nach Vereinbarung möglich. Manchmal bietet sich aber auch die Chance, dass man auch außerhalb der regulären Veranstaltungen Mitglieder des Heimatvereins an der Mühle antrifft und einen Blick ins Innere werfen darf.

Bräcke lid
263 76 Nyhamnsläge (Lerhamn)
56°15′22.8″N 12°32′1.69″E
Heute geschlossen

Geschichte

Die heutige Mühle ist gewissermaßen eine Zugereiste mit bewegter Vergangenheit. Sie stammt ursprünglich aus Småland und steht erst seit 1980 an der heutigen Stelle. Die ursprünglich hier betriebene Mühle brannte 1946 ab und der Platz auf dem Hügel blieb über Jahrzehnte verwaist.

Die Bräcke Mölla wurde ursprünglich von einem holländischem Mühlenbauer um 1850 in Värnamo in Småland gebaut. Nach nur wenigen Jahren war der Wald um die Mühle so dicht und hoch gewachsen, dass die Mühle keinen ausreichenden Wind mehr zum effektiven Betrieb bekam. Sie wurde an zwei Müller in Helsingborg verkauft, Stück für Stück vor Ort demontiert und 1860 in Helsingborg wieder aufgebaut, wo sie anschließend bis Ende der 1940er Jahre in Betrieb war. Nachdem ein Wintersturm ihre Flügel zerstört hatte, beschloss man, die Mühle nicht wieder zu reparieren.

Als die Kommune Helsingborg die verfallene Mühle 1970 abreißen wollte, meldete der Heimatverein Kullen sein Interesse für die Mühle an. Der Verein bekam von der Kommune Helsingborg 100.000 Kronen für den Abtransport der Mühle, weitere 100.000 Kronen von der Kommune Höganäs und 10.000 Kronen aus Spendengeldern für die Restaurierung. Die Mühle wurde 1979 in zwei große Teile zerlegt, über den Seeweg von Helsingborg nach Höganäs transportiert und Anfang 1980 auf ihr neu gemauertes Untergeschoss aufgesetzt. Nach vielen tausend Stunden freiwilliger Arbeit ist die Mühle heute wieder voll funktionsfähig.

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