Almviks Tegelbruksmuseum 2016
Almviks Tegelbruksmuseum 2016 | Foto: Helen Simonsson (CC BY-SA 4.0)

Almviks Tegelbruksmuseum

Ziegeleimuseum in Almvik

Das Ziegeleimuseum Almviks Tegelbruksmuseum steht unmittelbar an der Bucht Gamlebyviken im kleinen Dorf Almvik, etwa 15 Kilometer nordwestlich von Västervik.

Das Besondere am Almviks Tegelbruksmuseum ist, dass es sich um eine alte, vollständig erhaltene Ziegelei handelt, die heute noch genau so aussieht wie bei ihrer Stilllegung im Jahr 1971. Zu diesem Zeitpunkt war die Anlage bereits etwa 100 Jahre alt. Sie ist ein Zeugnis davon, wie die Herstellung von Ziegeln in Handarbeit und mit einfachem technischen Gerät in der Zeit um 1870 erfolgte.

Die neuesten und zugleich größten Gebäude der Ziegelei sind der lange Trockenschuppen, in dem die geformten Ziegel vor dem Brennen an der Luft getrocknet wurden sowie der aus dem Jahr 1878 stammende Ringofen, in dem sie anschließend gebrannt wurden. Der begehbare große Ringofen befindet sich noch im Originalzustand, während ein Teil des Trockenschuppens 1998 zum große Ausstellungssaal umgebaut worden ist.

Die Wurzeln der Ziegelei in Almvik reichen zurück bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts und sollen auf die Initiative eines damaligen Bürgermeisters von Västervik zurückgehen. Das Produktionsvolumen scheint für die damalige Zeit nicht unerheblich gewesen zu sein, denn nach alten Aufzeichnungen wurden beispielsweise im Jahr 1699 alleine 4.000 Ziegelsteine für Reparaturarbeiten am Schloss Stegeholm in Västervik gebrannt.

Für das Jahr 1885 notierte der damalige Ziegeleimeister bereits eine Gesamtproduktion von 560.000 Ziegeln, wobei etwa 4/5 der Produktion aus Ziegelsteinen und der Rest aus Dachziegeln und Tonrohren bestand. Obwohl sich die angewandten Produktionsmethoden danach kaum verändert hatten, betrug der Ausstoß im Jahr 1928 schon 1,4 Millionen Ziegel.

Der benötigte Lehm wurde zunächst in einer nahe gelegenen Grube nördlich der Ziegelei abgebaut. Um den Transport zu vereinfachen baute man 1898 eine Lorenbahn zur Grube, deren Wagen von Pferden und Ochsen gezogen wurden. Als die Grube in den 1920er Jahren erschöpft war, erschloss man neue Lehmvorkommen am Rand des westlich gelegenen Sees Bleken. Dafür wurde eine dampfgetriebene Transportseilbahn zur neuen Grube gebaut.

Wie in den meisten ländlichen Gegenden erfolgte die Elektrifizierung in Almvik erst ab 1940, so dass bis dahin die einfachen Maschinen in der Ziegelei mit Hilfe der Wasserkraft des in die Bucht mündenden Flüsschen Almviksån angetrieben wurden.

Das Museum ist regelmäßig in den Sommermonaten für Besucher geöffnet, zu anderen Zeiten können jedoch Gruppenführungen gegen geringes Entgelt gebucht werden. Wer sich vor oder nach dem Museumsbesuch mit Kaffee, Kuchen, Eis oder kleinen Gerichten stärken möchte, findet gleich neben der Ziegelei das Almiks Café.

Almviksvägen
593 95 Västervik (Almvik)
57°49′59.7″N 16°26′43.1″E
www.almvikstegel.se
Heute geöffnet
10:00 – 15:00

Ähnliche Reiseziele in der Nähe