Kalkugn i Smygehamn 2015
Kalkugn i Smygehamn 2015 | Foto: GuidebookSweden (CC BY-SA 4.0)

Kalkugn i Smygehamn

Kalkofenruine in Smygehamn

Nur wenige hundert Meter entfernt von Schwedens südlichstem Punkt Smygehuk, steht der älteste noch vollständig erhaltene Kalkbrennofen der Region.

Der um 1850 gebaute Kalkofen ist der einzige von ehemals vier weiteren Öfen, die an dieser Stelle zur frühindustriellen Herstellung von Branntkalk dienten. Diese Form der Kalkbrennerei wurde hier in Smygehamn von Anfang des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts betrieben. Der verarbeitete Kalkstein wurde direkt vor Ort so nah an der Küste gebrochen, dass aus dem ehemaligen Steinbruch der heutige Hafen Smyge entstand.

Weitere Kalköfen befinden sich etwa 2 Kilometer nördlich von Smygehamn, bei Östra Torp. Von den ehemals zehn dort betriebenen Öfen sind heute noch acht erhalten und restauriert.

Smyge Strandväg
231 78 Smygehamn (Smygehuk)
55°20′17.4″N 13°21′41.0″E

Geschichte

Der chemische Prozess bei dem gebrannter Kalk entsteht, die sogenannte Kalzination, ist seit dem frühestem Altertum bekannt. Hierbei zerfällt Kalkstein unter starker Hitzeeinwirkung in seine Bestandteile CO² und Calciumoxid (Branntkalk). Der gewonnene Branntkalk braucht dann zur späteren Anwendung als Baumaterial nur noch mit Wasser vermischt werden. Im Laufe der Jahrhunderte veränderten sich lediglich die Verfahren des Kalkbrennens.

Der Ofentyp, wie er hier bei Smygehuk steht, entspricht schon einer industriellen Anlage. Zum Betrieb wurde der Ofen mit einer dicken Schicht Kohle als Brennstoff gefüllt. Auf diese Kohleschicht wurden die Kalksteine bis unter die Ofenkuppel aufgeschichtet. Anschließend wurde der Eingang zugemauert und der Ofen entzündet.

Während der etwa 40-stündigen Brenndauer entwickelte sich im Ofen die für die Kalzination erforderliche Temperatur von ca. 1.000°C. Nachdem die gesamte Kohle verbrannt war, ließ man den Ofen noch einen Tag lang abkühlen, bevor man ihn öffnete und den Branntkalk herausholte. Angeblich sollen die Öfen dieser Größe bei jedem Durchgang um die 20 Kubikmeter Branntkalk ausgebracht haben, wobei der Brennstoffeinsatz bei 5 bis 6 Tonnen Steinkohle lag.

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