Amiralitetskyrkan Ulrica Pia 2010
Amiralitetskyrkan Ulrica Pia 2010 | Foto: Boatbuilder (CC BY-SA 3.0)

Amiralitetskyrkan Ulrica Pia

Admiralitätskirche in Karlskrona

Die Admiralitätskirche Ulrica Pia in Karlskrona wurde 1685 geweiht, ist die größte Holzkirche in Schweden und seit 1998 Teil des UNESCO-Welterbes. Sie steht am südöstlichen Rand der Insel Trossö, außerhalb der Innenstadt von Karlskrona. Das Areal gehörte früher zum abgeriegelten Bereich der Marinebasis.

Der Grundriss der rot angestrichenen Kirche hat die Form eines griechischen Kreuzes. Das würfelförmige Hauptgebäude im Zentrum hat eine Grundfläche von 20x20 Metern, daran schließen sich an allen vier Seiten die kleineren, untereinander gleichgroßen Kreuzarme an.

Das Innere der Kirche ist in Anspielung an die Farben des Meeres überwiegend in den Farbtönen hellblau und hellgrün gehalten. Die Dachkonstruktion des Hauptbaus wird von vier mächtigen Holzsäulen getragen. Im südlichen und nördlichen Kreuzarm sind Tribünen mit einer darüber liegenden geraden Holzdecke installiert. Der Ostflügel bildet den Altarraum und ist mit einer Gewölbedecke versehen, während die Orgel im Westflügel in einer Gewölbenische untergebracht ist.

Der Altaraufsatz im klassizistischen Stil stammt aus den 1820er Jahren und das Altarbild ist eine Kopie des Rubens Gemäldes Der Lanzenstoß, dessen Original im Dom von Antwerpen hängt. Die achteckige, in grau gehaltene Kanzel mit Baldachin und vergoldeten Verzierungen kam während der großen Restaurierung im Jahre 1864 in die Kirche. An den Wänden der Kirche hängen sehr viele Epitaphien früherer prominenter Einwohner der Stadt, hochrangiger Militärs und Adeliger. Im Keller der Kirche befinden sich 23 Grabkammern, in denen 283 Verstorbene ruhen.

Vor der Kirche steht die berühmte hölzerne Statue Rosenbom, ein Opferstock in Gestalt eines greisen Bootsmanns. Draußen steht eine Kopie, das Original aus der Mitte des 18. Jahrhunderts steht seit 1956 geschützt im Vorraum des Nordflügels der Kirche.

Drottninggatan
371 30 Karlskrona
56°9′24.3″N 15°35′27.5″E
Heute geöffnet
11:00 – 18:00

Geschichte

Man ist nicht ganz sicher, wer den Kirchenbau entworfen hat, vermutet aber, dass Generalquartiermeister Erik Dahlberg, der auch für einen großen Teil der Stadtplanung verantwortlich war, die Kirche entworfen hat. Sicher ist aber, dass diese Kirche von vornherein als Provisorium geplant war und daher während der Aufbauphase der Marinebasis auf die Schnelle als Holzkirche gebaut wurde, mit dem Gedanken, sie baldmöglichst durch eine Kirche aus Stein zu ersetzen.

Aber Ulrica Pia erging es genau wie so vielen anderen Provisorien auch, sie sind extrem langlebig. Es vergingen immerhin nur fast einhundert Jahre nach Einweihung der Holzkirche, bis nach schier unendlichen Diskussionen und Entwürfen 1760 in der Nähe des Admiralitätsparken der Grundstein für die neue steinere Kirche gelegt wurde. Als dort nach zwanzig Jahren Bauzeit die Mauern aufgrund von finanziellen Engpässen gerade mal nur vier Meter hoch waren, stellte man den Bau ein. Der Gedanke der Steinkirche flammte immer wieder auf, bis man den Plan um 1850 endgültig begrub und die Bauruine abriss.

Da man sich keine steinerne Kirche leisten konnte, strich man die Holzkirche von außen gelb an und versah sie mit einigen äußeren Accessoires im Barockstil um sie im Aussehen an die beiden großen Barockkirchen auf dem Stortorget anzunähern. In den folgenden Jahrzehnten folgten immer wieder Restaurierungen, kleinere Umbauten und Modernisierungen. 1975 beschloss das Verteidigungsamt als Besitzer der Kirche, das Gebäude in seinem ursprünglichen Aussehen anzunähern und die Kirche wieder in rot anzustreichen. Trotz der Einwände der Denkmalschutzbehörde setzte sich die Militärverwaltung schließlich durch und Ulrica Pia erstrahlt seit 1985 wieder in ihrem ursprünglichem Rot.

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