Trelleborg

Schwedens südlichste Stadt

Die rund 28.000 Einwohner zählende Stadt Trelleborg ist der Hauptort der Gemeinde Trelleborg und liegt in Söderslätt, einer äußerst fruchtbaren Ebene im Südwesten der Provinz Schonen (Skåne län). Trelleborg ist zugleich die südlichste Stadt in Schweden und zählt neben Åhus, Helsingborg und Lund zu den ältesten Städten der Provinz.

Als größter schwedischer Fährhafen ist Trelleborg vermutlich vielen Schwedentouristen ein Begriff. Daneben ist er der einzige schwedische Fährhafen, der von einer Eisenbahnfähre angelaufen wird. Zur Zeit wird die Eisenbahnfähre auf der sogenannten Königslinie Trelleborg–Sassnitz allerdings nur noch vom täglichen Nachtzug Malmö–Berlin (Berlin Night Express) genutzt.

Während die Straßenverläufe in der Trelleborger Innenstadt weitestgehend noch dem mittelalterlichen Stadtplan entsprechen, finden sich im Stadtzentrum nur noch wenige alte Häuser. Lediglich rund um den alten Marktplatz Gamla torg findet man noch einige ältere Gebäude.

Trelleborg trägt in Schweden mittlerweile den Beinamen Palmernas stad (Stadt der Palmen). Es war das Festkomitee des jährlichen Stadtfestes, das auf die Idee kam, in Trelleborg Palmen zu setzen. Im Jahr 1984 stellte man die ersten 24 aus Spanien importierten Palmen auf. Mittlerweile sind es an die Einhundert Palmen, die in überdimensionalen Pflanztöpfen wurzelnd, die sommerliche Strandpromenade schmücken. Von Oktober bis Mai überwintern die Pflanzen in einem Palmenhaus.

Geschichte von Trelleborg

Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt stammt von 1257. Etwa aus der gleichen Zeit stammt die älteste Kirche der Stadt, die S:t Nicolai kyrka, die in der Nähe der alten Wikingerburg errichtet wurde. Von dem ebenfalls in der Mitte des 13. Jahrhunderts in der Nähe des alten Marktplatzes Gamla torg gegründetem Franziskanerkloster sind heute nur noch einige Mauerreste übrig.

War im Mittelalter zunächst der Heringsfang und -handel die Haupteinnahmequelle der Stadt, entwickelte sich Trelleborg nach dem Rückgang der Fischbestände zu einer erfolgreichen Handwerker- und Handelsstadt. Dies so erfolgreich, dass sich die Malmöer Kaufleute wegen der starken Konkurrenz aus Trelleborg eindringlich bei König Christian IV beschwerten. Der entzog Trelleborg daraufhin 1619 die Stadtprivilegien und damit auch das Recht, Handel und Handwerk zu betreiben.

Die Trelleborger entwickelten jedoch eine findige Lösung, um weiterhin im Geschäft zu bleiben. Sie luden die Kaufleute aus den offiziellen Städten Skanör und Falsterbo ein, auf dem Trelleborger Markt Handel zu betreiben. Das i-Tüpfelchen dabei war aber, dass Trelleborg Steuern von diesen Kaufleuten in der Höhe einzog, als wenn es noch seine Stadtrechte besäße, an die Krone aber selber nur Steuern entsprechend seinem offiziellem Status als Dorf abführte.

Seit Beginn des Industriezeitalters entwickelte sich Trelleborg zu der heutigen Industrie- und Hafenstadt. Die größten Arbeitgeber sind der Hafenbetreiber Trelleborgs Hamn AB und die 1905 als Trelleborgs Gummifabrik AB gegründete Trelleborg AB. Die Trelleborg AB ist mittlerweile der weltweit drittgrößte Hersteller von Gummi- und Kunststoffartikeln für industrielle Anwendungen und den Fahrzeugbau. Mit der Verbindung Trelleborg–Sassnitz wurde 1897 die erste Fährlinie eröffnet und 1909 verkehrte die erste Eisenbahnfähre von Trelleborg nach Deutschland.

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